20110413

Von Schlingensief zu Beuys zu Steiner

"Wenn wir die Wortreihen, die Buchstabenreihen lesen, so nehmen wir sie nicht so auf, dass wir sagen: da ist ein senkrechter Strich, da ist ein horizantaler Strich; wir deuten nicht die Buchstaben, wir sehen über die Buchstabenreihe und Wortreihe hin, und da entwickelt sich ein innerlicher Inhalt. Dieser Inhalt, der hat mit einer Deutung der Buchstaben nichts zu tun. Man muss lesen gelernt haben. Was sich beim Leser entwickelt, ist etwas ganz anderes, als was in den Buchstaben liegt. Man kann nicht den Geist, dem man beim Lesen aus den Buchstaben herausfindet, aus dem Setzerkasten holen. Ebensowenig kann man aus der Natur durch Deutung der Natur das geistige Leben finden. Das geistige Leben kann man nur finden, wenn man die Seele über sich selbst hinaufhebt und dasdurch dasjenige findet, was nun aus dem Geiste selbst hereinragt in dieses physische Leben, - insofern im Physischen die Seele sich erlebt zwischen Geburt und Tod."
Rudolf Steiner, Zürich 1917

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